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Marketing out of the Box: Neue Perspektiven und ihre Chancen

In den letzten 20 Jahren hat die Digitalisierung viele Branchen und Tätigkeitsfelder grundlegend durcheinandergewürfelt.

So auch das Marketing: Im Laufe der Zeit ist es digital geworden.

 

Wer heute erfolgreich für sich werben möchte, kommt an digitalen Kanälen nicht mehr vorbei.

Social Media, SEO und die Customer Experience sind nur drei wichtige Schlagwörter des modernen Marketers.

 

Bei all der Entwicklung und dem Fortschritt könnte man meinen, dass die Branche keinerlei Probleme hat. Was Experten aber kommen sehen, sieht alles andere als rosig aus.

 

Wird Marketing weiterbetrieben, wie wir es heute tun, wird das Konstrukt früher oder später zusammenbrechen.

In diesem Artikel erfährst du, wie es wirklich um das Marketing steht, wie du mit neuen Ideen begeisterst und wer mit Marketing out of the Box bereits erfolgreich ist.

Marketing out of the Box: Neue Perspektiven und ihre Chancen 1

Überblick: Wie Marketing 2020 abläuft

Wenn du recherchierst, was für ein erfolgreiches Marketing wichtig ist, wirst du auf zahlreiche hilfreiche Tipps und Tricks stoßen.

Du wirst lesen, dass du ausführliche Keyword-Recherchen durchführen sollst und deine Webseite suchmaschinenoptimiert sein muss.

 

Zudem musst du eine detaillierte Zielgruppenanalyse durchführen und so viele Informationen wie möglich über potenzielle Kunden sammeln.

Und nicht zu vergessen ist natürlich die anschließende Messung deines Erfolgs.

 

Marketing wird oft in Stereotypen gedacht.

Für jedes Unternehmen wird die gleiche Vorgehensweise empfohlen.

 

Schalte Werbeanzeigen, erstelle ansehnliche Landing Pages und arbeite mit vorgefertigten E-Mails.

Das ist nicht nur langweilig, sondern auch überhaupt nicht kreativ und individuell.

 

Uns wird seit Jahren gepredigt, wie Marketing zu funktionieren hat.

Was dabei fehlt? Weitsicht und der Blick nach rechts und links.

 

Es gibt nur wenigen Unternehmen und Agenturen, die sich trauen, neue Wege zu gehen.

 

Das Ergebnis? Langweilige Kampagnen, die zwar irgendwo ihren Zweck erfüllen, sich aber kein Stückchen weiterentwickeln.

In diesem Kapitel stellen wir dir drei Negativ-Beispiele vor, damit du weißt, was wir mit langweiligem Marketing meinen …

Sie wollen dir Einheitsbrei verkaufen

Es heißt immer, dass Marketing kreativ sein muss.

Wir fragen uns: Warum ist es das dann nicht?

 

Wieso wollen uns alle Unternehmen mit Werbekampagnen locken, die weder spannend noch innovativ sind?

Gerade in der heutigen Zeit werden wir an jeder Ecke mit irgendwelcher Werbung beschallt.

 

Ob im Fernsehen, im Internet oder sogar auf Videobotschaften in der U-Bahn.

Das Vorgehen ist dabei immer das gleiche.

 

Es wird ein Funnel entwickelt, der genau so langweilig ist wie das Produkt, das verkauft werden soll.

Kennst du das auch? Du sollst für einen Kunden oder ein Projekt eine Marketing-Strategie entwickeln.

 

Irgendwann hast du einen Geistesblitz und dir kommt etwas Spannendes in den Sinn.

Es mag vielleicht provokant oder riskant sein, aber es wäre perfekt, um die Zielgruppe anzusprechen.

 

Du arbeitest deine Idee aus und stellst sie dem Kunden vor.

Er findet sie gut, aber tut sie ab.

Wieso? Zu direkt.

Zu gewagt. Passt nicht zu unserem Unternehmen.

 

Das war es dann mit deiner kreativen Idee.

 

Einfach abgelehnt, weil sie eben nicht dem Einheitsbrei auf dem Markt entspricht.

Marketing ist statisch. In allen Unternehmen wird nach Regeln und Gepflogenheiten gearbeitet.

 

Schema F wird konsequent durchgezogen.

Ein Abweichen ist nicht erlaubt.

Man entscheidet sich immer für den leichten, sicheren Weg.

Bloß nicht aus der Masse hervorstechen – dabei will man mit Marketing doch eigentlich Aufmerksamkeit erregen!?

 

In vielen Unternehmen wird immer noch konservativ gedacht.

Man möchte das Image einer netten, bodenständigen Firma vermitteln.

 

Skandalöse oder gar provokante Marketing-Maßnahmen schaden ja nur.

Was sollen die Leute denn denken, wenn das neue Produkt nicht mehr von einem jungen Vorzeigemann präsentiert wird,

sondern von einer korpulenteren Frau mit Piercings und Dreadlocks?

Dass diese den neuen Energydrink vielleicht viel besser verkörpert, kann ja gar nicht sein.

 

Dass Unternehmen immer nett und harmlos wahrgenommen werden möchten, ist nicht nur langweilig, sondern auch unglaubwürdig.

 

Denn die Corporate Identity wird in vielen Fällen an großen Konferenztischen aufwendig entwickelt.

 

Was möchten wir verkörpern?

Mit welchen Werten möchten wir in Verbindung gebracht werden?

Wie möchten wir wahrgenommen werden?

 

Es geht dabei aber nicht um „möchten“, sondern um Fakten.

Die angeblichen Werte, die viele Unternehmen mit ihrer Werbung verkörpern möchten, sind schlichtweg ausgedacht und beliebig austauschbar.

 

Es sind nicht die echten Werte, die verkörpert werden.

Sondern lediglich gesellschaftstaugliche Attribute wie Nachhaltigkeit oder Offenheit, die ja irgendwie jedes Unternehmen erfüllen sollte.

 

Was wirklich dahintersteht, erfährt der Konsument nicht.

Ob in dem Unternehmen diktatorische Zustände herrschen und nichts auf die Umwelt gegeben wird, wird gekonnt vertuscht.

 

Schließen wir den Kreis:

Wie wollen Unternehmen sich in ihren Werbemaßnahmen frech und polarisierend zeigen,

wenn sie gar nicht wissen, was die eigentliche Unternehmensidentität ist?

 

Sie sind davon getrieben, die oben erwähnten Attribute zu verkörpern – auch diese sind so langweilig,

dass sie damit schon lange niemanden mehr beeindrucken.

 

Denn darf man den Unternehmen glauben, behandeln sie ja alle ihre Mitarbeiter gut.

Um glaubwürdig zu sein, musst du dem Einheitsbrei entkommen.

 

Denn sind wir mal ehrlich:

Wenn ein Unternehmen offensiv damit wirbt, sich für den Schutz der Umwelt einzusetzen, glaubst du das?

Marketing out of the Box: Neue Perspektiven und ihre Chancen 2

Künstliche Verknappung soll zum Kauf bewegen

Ein weiteres Phänomen des Marketings: Künstliche Verknappung.

Und zwar um jeden Preis und in allen Branchen.

 

Es wird gezielt damit geworben, dass es von einem Produkt nur noch wenige Exemplare gibt oder eine Dienstleistung fast ausgebucht ist.

Auch Slogans wie „Nur heute 15 %“ sind ein beliebtes Mittel, um Kunden zum Kauf zu animieren.

Und damit wären wir bei einem wichtigen Punkt, warum du mit Marketing out of the Box besser fährst.

 

Denn der Kunde ist nicht doof.

 

Besucht er deine Webseite und liest, dass die Rabattaktion nur noch 12 Stunden läuft, denkt er vielleicht über einen Kauf nach.

Im Zweifel tut er das aber nicht und besucht deine Seite am nächsten Tag wieder.

 

Was muss er feststellen?

Genau dieselbe Rabattaktion scheint erneut zu laufen – und wieder nur für einen Tag.

 

Solche Phänomene sind nicht selten zu beobachten und haben dich bestimmt auch schon zum Stutzen gebracht.

Als Verbraucher darf man sich völlig zurechtfragen, wieso Unternehmen davon ausgehen, dass wir das nicht durchschauen.

Solche Maßnahmen sind nicht nur einfallslos, sondern auch peinlich.

 

Sie zeigen, dass die Unternehmen so dringend auf Käufer angewiesen sind,

dass sie schlichtweg vergessen, dass es sich um denkende Menschen handelt.

 

Deshalb machen sie sich lächerlich und vermitteln Interessenten unterschwellig,

dass sie eine solche Masche nicht durchschauen würden.

Zudem leidet die Glaubwürdigkeit unter solchen Aktionen.

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Denn wenn Unternehmen schon bei der Werbung mit falschen Behauptungen arbeiten (Angebot nur heute), was folgt dann erst beim Kauf?

Kunden nehmen solche Unternehmen nicht mehr ernst und werden dort nichts kaufen.

 

Man wollte mit einer Rabattaktion also zusätzliche Kunden gewinnen, hat aber genau das Gegenteil erreicht.

Und diese Masche zieht sich bunt durch alle Branchen.

 

Hast du dich in letzter Zeit nach Fortbildungen oder Webinaren umgeschaut?

Hast du dich auch gewundert, dass bei allen Anbietern nur noch begrenzte Plätze verfügbar sind?

Das ist ja schon komisch.

 

Mit Sicherheit gibt es auch Kurse, die tatsächlich fast ausgebucht sind.

Das sollte man aber nur behaupten, wenn es auch den Tatsachen entspricht.

Denn der moderne Mensch von heute weiß genau, dass Online-Kurse nicht 2 Stunden nach Anmeldebeginn schon fast ausgebucht sind,

die nächsten Wochen aber keine einzige Anmeldung mehr reinkommt.

 

Logisch betrachtet macht das ja schon gar keinen Sinn.

Die Unternehmen versuchen, mit der Psyche der Menschen zu spielen.

Denn wenn etwas knapp ist, wollen wir es umso mehr haben.

 

Jeder Mensch wünscht sich, frei zu sein.

 

Wir möchten frei in dem sein, was wir tun und welche Produkte wir kaufen.

Teilt uns ein Verkäufer mit, dass nur noch 3 Produkte auf Lager sind, nimmt er uns diese Freiheit.

Wir wollen sie uns wiederholen und tendieren deshalb eher zum Kauf.

 

Anstatt sich eine wirklich gute Marketing-Strategie zurechtzulegen, verkauft man den Kunden für dumm und spielt mit ihm.

 

Im Marketing wird immer gepriesen:

Der Kunde steht im Fokus aller Maßnahmen.

Tut er das, wenn man ihm vorgaukelt, dass nur noch 2 Produkte verfügbar sind oder das Webinar fast ausgebucht ist?

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Kaum Interaktionen mit der Zielgruppe

Viele Marketer brüsten sich damit, ach so modern und am Puls der Zeit zu sein.

Die Realität sieht oft aber ganz anders aus. Es wird mit starren Content-Management-Systemen gearbeitet.

 

Newsletter sind wenig bis gar nicht personalisiert – für eine Ansprache mit dem eigenen Namen erwartet man schon Applaus.

Abgesehen davon wird der Newsletter auf dem Smartphone nicht korrekt dargestellt und die Bilder können nicht geladen werden – sie wurden im falschen Format hinterlegt.

 

Total innovativ sind Unternehmen, wenn sie einen aktiven Social Media Account haben.

 

Hier wird immerhin regelmäßig gepostet, wenn es etwas Neues im Unternehmen gibt.

Wenn es Kommentare dazu gibt, ist das zwar schön – aber darauf eingehen braucht man ja nun wirklich nicht.

 

Die Marketing-Abteilung ist ja auch mit ganz anderen Sachen beschäftigt.

Immerhin gab es letzte Woche ein Update für das CMS-System, an das man sich erstmal gewöhnen muss.

 

Da bleibt nun wirklich keine Zeit für die Entwicklung von neuen oder gar kreativen Ideen.

Was fehlt in diesem Konstrukt?

 

Individualität! Jedes Unternehmen arbeitet nach demselben Muster und denselben Vorstellungen.

Es wird auf der Stelle getreten.

 

Entwicklung und Fortschritt sucht man im Marketing vergeblich.

Das liegt oftmals auch daran, dass das technische Verständnis fehlt.

 

In vielen Unternehmen fehlt der Blick dafür, was technisch überhaupt möglich ist.

 

Jeder Online-Shop heutzutage sieht gleich aus.

Hier und da unterscheiden sich das Layout und der Aufbau.

 

Aber ansonsten sprechen wir da wieder von dem altbekannten Einheitsbrei.

Viele Marketing-Werkzeuge sind kompliziert und statisch.

 

Große Sprünge sind mit ihnen nicht möglich – selbst die größten Anbieter geraten irgendwann an ihre Grenzen.

Immer mit dabei ist auch die Angst vor dem Neuen.

Denn wer neue Methoden ausprobiert, geht damit ja ein Risiko ein.

Was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn die Marketing out of the Box Kampagne schiefgeht?

 

Gut, man hat Geld versenkt. Das ist sicherlich ärgerlich.

Und die Frage ist ja auch immer, wieso Marketing-Maßnahmen nicht fruchten.

 

Das hat in vielen Fällen einen einfachen Grund:

Die Unternehmen machen was sie wollen.

Dabei vergessen sie aber, was der Kunde will.

 

Sie versuchen mit allen Mitteln, dem Kunden etwas zu verkaufen, was er schlichtweg nicht braucht.

Und dann sagt man immer, dass der Kunde im Fokus stehen sollte.

Das wäre der Fall, wenn man sich zuerst fragt, was der Kunde wirklich braucht, wie man ihm weiterhelfen kann.

 

Dann passt man sein Marketing an den Kunden an.

Und nicht den Kunden an das Marketing.

 

Viele Unternehmen sind so sehr auf sich selbst fixiert, dass sie es auf beeindruckende Weise schaffen, die Bedürfnisse ihrer Kunden völlig außen vor zu lassen.

 

Das zeigt sich auch bei der nicht stattfindenden Kommunikation.

Wie oft liest man in den sozialen Medien Kommentare von Interessenten, die eine Frage zu einem Produkt haben.

Sie erhalten auch Antworten.

Allerdings nicht von dem Unternehmen selbst, sondern von anderen Kunden.

 

Angeblich ist es online doch viel einfacher, Kunden anzusprechen.

Denn unser Leben spielt sich ja immer stärker digital ab. Überprüfe diese Aussage selbst.

 

Geh eine Woche lang jeden Morgen zum Bäcker um die Ecke.

Bestelle jeden Tag dasselbe.

Spätestens am vierten Tag wird die Verkäuferin dich fragen, ob es dasselbe sein darf wie immer.

Vielleicht spricht sie dich auch auf das heutige Wetter oder den Geschmack der Backwaren an.

 

Dann bestell mehrfach in einem Online-Shop.

Gerne auch teure Produkte.

Findet danach irgendeine Kommunikation statt?

Bekommst du eine individuelle Nachricht oder irgendeine Rückmeldung?

 

Da kannst du aber lange warten.

Auch nach mehrfachem Bestellen wird keine Kommunikation stattfinden.

Zumindest wenn man unpersönliche E-Mails nicht als echte Kommunikation ansieht.

 

Was vermittelt dir ein besseres Gefühl:

Die nette Verkäuferin, die sich ehrlich und aufrichtig für dich interessiert, oder der Online-Shop,

in dem du hunderte von Euro lässt und man sich trotzdem nicht für dich interessiert?

Polarisieren: Du kannst sie nicht alle überzeugen

Seien wir doch mal ehrlich:

Heutzutage gibt es an fast allen Produkten und Dienstleistungen einen Überfluss.

 

Suchen Kunden gezielt nach einem bestimmten Produkt, finden sie auf Google gleich mehrere Unternehmen, die in Frage kommen.

Das heißt für dein Marketing, dass du dich in den meisten Fällen mit der Konkurrenz messen musst.

 

Sehen wir mal von speziellen Nischen ab, musst du immer davon ausgehen, dass Kunden sich nicht für dich entscheiden,

sondern bei der Konkurrenz kaufen.

Was solltest du also nicht machen?

 

Auf genau dieselben Marketing-Maßnahmen setzen wie die Konkurrenz.

 

Werbeanzeigen, SEO und Social Media Kanäle. Alle versprechen dasselbe, werben damit,

das beste Produkt für den jeweiligen Einsatzzweck zu haben.

 

Marketing out of the Box heißt, sich aus diesem Hamsterrad zu befreien.

 

Anders zu denken.

Sich etwas einfallen zu lassen.

 

Denn das wollen die Leute sehen.

Wer jeden Tag Werbeanzeigen mit derselben Aufmachung sieht, fühlt sich davon irgendwann nicht mehr angesprochen.

 

Du kannst dich von diesem Einheitsbrei abheben, indem du etwas Neues wagst.

Indem du dich traust, zu polarisieren.

 

Denn sind wir mal ehrlich:

Wann hast du das letzte Mal eine Werbeanzeige gesehen, die wirklich hängen geblieben ist?

Die dich erschüttert oder aus den Socken gehauen hat?

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Stärke die besonderen Charaktereigenschaften deines Produkts

Polarisieren ist für die meisten Unternehmen ein Fremdwort.

Wie wir oben schon ausführlich festgestellt haben, soll es immer nett, immer im Rahmen bleiben.

 

Wenn du polarisierst, verlässt du diese Komfortzone.

 

Das kann dir mit verschiedenen Tricks gelingen.

Hinterfrage, wieso Kunden dein Produkt mögen und wieso sie es vielleicht nicht mögen.

 

In den meisten Fällen ist es ein ganz besonderes Merkmal, das entweder begeistert oder abschreckt.

Oftmals versuchen Marketing-Abteilungen, die Lücke zwischen Sympathisanten und Kritikern zu schließen.

 

Möchtest du polarisieren, machst du es genau andersherum.

Du vergrößerst die Lücke noch weiter, indem du das entscheidende Merkmal deines Produkts noch stärker hervorhebst.

 

Die Kritiker hassen die bunte Farbe deines Produkts?

Dann bietest du ein Sondermodell in einer noch intensiveren Farbe an.

Damit wirst du deine Kritiker sicher nicht überzeugen.

 

Aber du polarisierst.

Du bringst dich ins Gespräch, indem du provozierst.

 

Gleichzeitig werden deine begeisterten Kunden weiter zu dir halten und sich auf die neue Farbe stürzen.

Dass diese Methode durchaus erfolgreich sein kann, zeigt die Marke Marmite.

Der britische Brotaufstrich schmeckt stark nach Hefe und spaltet die Bevölkerung schon seit Jahren.

Passenderweise ist der Slogan für das Produkt „Lieb es oder hass es“.

 

Als wäre dies nicht schon provokant genug, startete man 2010 einen Coup.

Der Hersteller brachte das Produkt Marmite XO auf den Markt – der Hefegeschmack kam hier noch deutlich intensiver hervor.

 

Man promotete die Aktion über die sozialen Medien und lud Fans zu einer ersten Verkostung ein.

Das Ergebnis?

Marmite XO war nach nur einem Tag ausverkauft.

 

Die Besucherzahlen der Webseite und der Social Media Profile stiegen um ein Vielfaches an.

Dieses Beispiel verrät uns viel darüber, wie Kunden ticken.

 

Wer ein Produkt wirklich mag, hält loyal zu ihm und muss natürlich sofort die heiß diskutierte neue Variante probieren.

Man möchte mitreden können und bei solchen aufregenden Diskussionen dabei sein.

Deshalb ist es ratsam, gezielt mit solchen speziellen Eigenschaften eines Produktes zu werben und die Kritiker ad absurdum zu führen.

Du kommst damit ins Gespräch, in Folge kaufen die Menschen dein Produkt, um sich selbst davon zu überzeugen.

Überspitze die Kritik an deinem Unternehmen

Es wird immer Menschen geben, die dein Produkt nicht mögen oder unzufrieden mit deiner Dienstleistung sind.

 

Es ist schlichtweg nicht möglich, jeden zufriedenzustellen.

Da du ja außerdem polarisieren möchtest, ist Kritik nicht unbedingt schlecht.

 

Denn du kannst sie gezielt für dein Marketing einsetzen.

Nichts ist für Verbraucher schlimmer als das Schweigen eines Unternehmens.

Wer nicht auf negative Kommentare reagiert, wird als arrogant wahrgenommen.

Das schadet dem Ruf enorm.

Wieso nicht mit Humor kontern?

 

Ein gutes Beispiel ist die Flugkette Ryanair.

Sie wurde immer wieder für ihre niedrigen Preise und die konsequente Kostensenkung kritisiert.

Viele Unternehmen hätten das wahrscheinlich einfach ignoriert.

Dann passiert einfach nichts.

 

Die Kritiker gehen zu einer anderen Flugkette und die Kritik wird totgeschwiegen.

Aber nicht mit Ryanair:

Man konterte die Kritik damit, dass es ja noch zahlreiche Möglichkeiten gäbe, wie man die Kosten senken könnte –

und das wäre natürlich kein Vorteil für den Kunden.

 

Die Flugkette nannte zahlreiche Beispiele dafür, wie man den Komfort für Kunden noch weiter einschränken könne.

Das Spiel ging sogar soweit, dass man ankündigte, die Nutzung der Toiletten an Bord gebührenpflichtig zu machen.

Es wurde außerdem davon gesprochen, Stehplätze einzurichten und von übergewichtigen Passagieren eine extra Gebühr einzuführen.

 

Da Ryanair schon vorab mit fragwürdigen Kostensenkungen aufgefallen war, konnte der Verbraucher nicht einschätzen,

ob die Ankündigungen ernst gemeint waren.

 

Die Folge: Ryanair war plötzlich in aller Munde.

Es gab zahlreiche Schlagzeilen und Berichte in der Presse.

Eine normale Marketing-Kampagne hätte der Flugkette nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit gebracht.

 

Hätte man weitergemacht wie immer und nicht auf die Kritik reagiert oder ein seichtes Statement abgegeben,

wäre die Kritik wohl noch gewachsen.

Mit seiner ungewöhnlichen Art kam Ryanair nicht nur ins Gespräch, sondern sammelte auch Sympathien.

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Spalte den Markt

Bist du in einer Branche mit viel Konkurrenz unterwegs, ist es sehr schwierig, sich von der Konkurrenz abzuheben und ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln.

 

Das wäre der „normale“ Weg.

Marketing out of the box heißt auch, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Bei großer Konkurrenz kann es helfen, sich auf eine bestimmte Kundengruppe zu fokussieren und damit den Markt zu spalten.

Ein gutes Beispiel dafür finden wir auf dem englischen Markt.

 

Cider ist in Großbritannien ein beliebtes Getränk, das vor allem in Kneipen getrunken wurde.

Ein großer Hersteller verkaufte Cider dann plötzlich als Sommer-Getränk, das eiskalt von jungen Menschen konsumiert wird.

Die Umsätze stiegen an und vor allem besserbetuchte Menschen tranken plötzlich Cider.

 

Der Konkurrenz schadete dies enorm, da ihre eigentliche Zielgruppe – Arbeiter aus der Mittelschicht – sich immer mehr von ihrem Produkt abwandte.

Also holten sie zum Gegenschlag aus.

Eine neue Werbekampagne hob den ursprünglichen Konsum von Cider in Kneipen und Bars hervor.

Arbeiter kauften wieder mehr Cider, während die besser betuchten sich von dem Kneipen-Getränk abwandten.

Wie haben sie das geschafft?

 

Einfache Psychologie.

 

Der neue Slogan für den Cider war „Hart erarbeitet“. Hier wurde gezielt mit der Zielgruppe gespielt.

Es wurde ein Attribut aufgegriffen, was ihr wirklich wichtig ist, worüber sie sich definiert.

Und das ist eben harte Arbeit.

 

Im selben Atemzug vergraulte man die Konkurrenz, die nicht mit Arbeitern auf eine Stufe gestellt werden möchte.

Solche Maßnahmen sorgen für viel Wirbel auf dem Markt und führen oftmals zu hitzigen Diskussionen.

Genau das ist das Ziel von Marketing out of the Box: Ins Gespräch kommen.

Sich etwas Neues einfallen lassen.

 

Wie könnte man mit schnöden Facebook-Posts und einem wöchentlichen Newsletter eine solche Wirkung erzielen?

Um eine solche Kampagne umzusetzen, ist ein ausgeprägtes Gefühl für den Markt und die Marktentwicklung nötig.

Denn es kann nur funktionieren, wenn du genau weißt, wer deine Zielgruppe ist und was ihr wichtig ist.

In dem Fall der Arbeiter und dem Cider war es der cleverste Schachzug,

gezielt damit zu werben, dass die Konsumenten hart für ihr Geld arbeiten.

 

Zum einen wird damit gewürdigt, dass sie so gewissenhaft arbeiten.

Zum anderen wird damit der Konkurrenz eins ausgewischt –

denn bei den Besserbetuchten war vielleicht auch der ein oder andere Erbe dabei,

der im Zweifel nicht so hart für sein Geld arbeitet.

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Wecke Emotionen und werde glaubwürdig

Bei vielen Marketing-Kampagnen fehlt es nicht nur an Kreativität, sondern auch an Emotionen.

Auf die Frage, ob ihr Marketing Emotionen weckt, würden viele Unternehmen sicherlich mit Ja antworten.

Aber tun sie das wirklich?

Geht es in vielen Werbespots und -anzeigen nicht vielmehr darum, das eigene Produkt im besten Licht erscheinen zu lassen?

Und was bedeutet es überhaupt „Emotionen zu wecken“?

Werbung kann bei den Empfängern die unterschiedlichsten Emotionen wecken:

  • Freude

  • Wut

  • Belustigung

  • Traurigkeit

  • Angst

  • Überraschung

  • Stress

  • Schock

  • und viele mehr

Mit deiner Werbung solltest du natürlich nicht alle Emotionen dieser Liste hervorrufen.

Denn in den meisten Fällen fühlen sich Konsumenten mit einer Werbung eher wohl, wenn sie Freude und Belustigung auslöst.

Der Alltag ist schon ernst und stressig genug – viele Menschen wünschen sich nicht noch mehr negative Gefühle, die auf sie einprasseln.

Wie kann man es also schaffen, positive Emotionen bei den Menschen zu wecken?

Dabei kommt es auf einen ganz wichtigen Punkt an, den wir schon weiter oben thematisiert haben: die Zielgruppe.

Um bei einem Menschen eine bestimmte Emotion hervorzurufen, musst du verstehen, wie es ihm geht und wie er denkt.

Mit welchen verschiedenen Methoden es dir gelingen kann, echte Emotionen bei deiner Zielgruppe zu wecken, erfährst du in diesem Kapitel.

Storytelling: Mitreißende Geschichten

Wer sich ein bisschen mit Marketing auskennt weiß, dass Storytelling eine der wichtigsten Disziplinen bei der Werbung ist.

 

Wird ein neues Produkt vorgestellt, wird es nicht einfach nur beschrieben.

Es wird eine Geschichte dazu kreiert.

Es werden verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Menschen gezeigt, für die sich das Produkt eignet.

 

So weit so gut.

 

Oftmals schaffen es Marketer sogar, damit einen kleinen Funken an Emotionen zu wecken.

Aber sind diese Maßnahmen so effektiv, wie man uns immer glauben lässt?

Kauft jemand tatsächlich dein Produkt, weil die Frau in der Werbung von dem tollen Geschmack begeistert war?

Storytelling kann viel mehr, als es bislang zeigt.

 

Denk einmal zurück:

 

Kannst du dich an irgendeine Storytelling-Kampagne der letzten Jahre erinnern, die eine wirklich starke Emotion bei dir hervorgerufen hat?

 

Wir stoßen hier auf dasselbe Problem wie im vorherigen Kapitel:

Es gibt heutzutage so viel Storytelling, dass wir die Geschichten schon gar nicht mehr wahrnehmen.

Sie sind allesamt austauschbar, sagen nicht wirklich etwas aus, inspirieren uns nicht.

Man findet eine Story vielleicht ganz nett und dann vergisst man sie wieder.

Sind das Sinn und Zweck einer Marketing-Kampagne?

 

Auch hier braucht es eine Revolution.

 

Die Technik hat heutzutage so viel zu bieten und wir denken uns eine einfache Geschichte rund um unsere Produkte aus.

Da muss doch mehr drin sein.

Ein gutes Beispiel dafür ist Virtual Reality.

Bei vielen Marketern stellen sich bei diesem Begriff wahrscheinlich gleich die Nackenhaare auf –

was hat denn Virtual Reality mit Storytelling zu tun?

 

Eigentlich ist dieser Zusammenhang doch so naheliegend wie es nur geht.

 

Denn wie könntest du deine Story besser verkaufen als über Virtual Reality?

Wie könnten potenzielle Kunden deine Produkte besser erleben als in einer Marken-Experience?

 

Ein einfaches Beispiel ist das Dali Museum in Florida.

Museen haben es auf der ganzen Welt schwer und haben mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen.

Deshalb hat man sich im Dali Museum etwas Besonderes einfallen lassen:

Setzen Besucher dort eine VR-Brille auf, tauchen Sie in die Bilder von Salvador Dali ein.

Sie laufen in das Bild hinein und entdecken dort eine konstruierte Landschaft.

 

Virtual Reality ist für die allermeisten Unternehmen noch meilenweit entfernt.

 

Die Berührungsängste sind zu groß, man fürchtet, den technischen Herausforderungen nicht gewachsen zu sein.

Dabei lassen sich Storytelling und VR kombinieren.

In der DACH-Region finden sich zahlreiche Virtual Reality Agenturen, die auf das Medium spezialisiert sind.

 

Also warum bietest du deinen Kunden kein hautnahes Produkterlebnis über Virtual Reality?

 

Nicht alle Produkte kann man direkt vor Ort testen –

über Virtual Reality können Produkte unabhängig von Wind und Wetter und der Umgebung getestet werden.

 

Ein banales Beispiel wäre ein Rasenmäher.

Wie sollen Kunden diese in Ihrem Geschäft testen?

Oder Zuhause wenn Winter ist?

 

Virtual Reality hilft, denn es gibt kaum Grenzen.

Du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen und die perfekte Story für deine Kunden kreieren – du musst dich nur trauen!

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Vertrete glaubwürdige Werte

Wer bei seinen Kunden Emotionen wecken möchte, muss diese glaubwürdig vertreten.

 

Das ist bei vielen Unternehmen ein riesiges Problem.

Denn oftmals nehmen Kunden ein Unternehmen ganz anders wahr, als das Unternehmen denkt.

Man hält sich vielleicht für glaubwürdig, aber das ist oftmals gar nicht der Fall.

Gründe dafür gibt es viele.

 

Oftmals liegt es an der großen Diskrepanz zwischen den Werbeversprechen und der Realität.

Welches Unternehmen wirbt heutzutage nicht damit, dass Kundenzufriedenheit das höchste Gut ist?

 

Die Realität sieht oft aber ganz anders aus.

Jeder von uns hatte sicher schon mal ein Erlebnis, bei dem er sich über ein Unternehmen geärgert hat.

Ein Produkt entsprach nicht der Beschreibung, war kaputt oder von mangelhafter Qualität.

Sucht man dann Kontakt zum Kundendienst folgt meist das ernüchternde Ergebnis.

Wenn man Glück hat, bekommt man eine vorformulierte E-Mail, dass es dem Unternehmen leidtut.

Wenn es richtig gut läuft, wird der Kaufpreis sogar erstattet.

 

Aber sind wir mal ehrlich:

Wie oft werden Beschwerden einfach abgetan oder ignoriert?

Wie oft liest man in den sozialen Medien schnippische Kommentare des Social-Media-Teams, dass das Produkt einwandfrei ist?

Die Lehre daraus ist, dass Werbeversprechen auch immer gehalten werden sollten.

Gerade in der heutigen Zeit ist alles transparent und genau festgehalten.

Wer einmal etwas versprochen hat, kann es nicht so leicht zurücknehmen.

 

Das gilt auch für die Werte, die ein Unternehmen angeblich vertritt.

Man brüstet sich damit, dass die Mitarbeiter unter guten Bedingungen arbeiten.

Dann liest man in zahlreichen Arbeitgeberportalen, dass die Zustände katastrophal sind.

Schafft das Glaubwürdigkeit?

 

Ein Unternehmen wirbt auf seiner Webseite damit, großen Wert auf die Umwelt zu legen und nur nachhaltige Produkte zu verkaufen.

Du bestellst online einen Artikel, der sich in mehreren Plastikverpackungen befindet.

Ein Blick auf das Etikett offenbart außerdem einen außereuropäischen Produktionsort.

Schafft das Glaubwürdigkeit?

 

In den meisten Fällen werden keine Werte vertreten, sondern Marketing-Lügen.

Leider ist der Konsument von heute clever genug, das zu durchschauen.

Was heißt das für dein Marketing?

 

Um Emotionen zu wecken, brauchst du erstmal eine glaubwürdige Position.

Diese erreichst du nur, wenn du dich auch tatsächlich an das hältst, was du versprichst.

Also wirf die ganze Marketing-Sprache über Bord und lass dir etwas Eigenes einfallen.

 

Was macht dich besonders?

Wer bist du und warum ist genau dein Produkt das Beste auf dem Markt?

Nur dann kannst du glaubwürdig Emotionen vermitteln.

Spreche verschiedene Sinne an

Marketing out of the box heißt, die Grenzen des Gewohnten zu verlassen und neue Wege zu gehen.

 

Dabei spielen auch die menschlichen Sinne eine wichtige Rolle.

In den meisten Fällen werden mit Werbung aber nur ein bis zwei unserer Sinne angesprochen.

Wir haben insgesamt fünf verschiedene Sinne:

 

  • Sehen

  • Hören

  • Riechen

  • Schmecken

  • Tasten

 

sinne

 

Bei den meisten Marketing-Aktionen wird das Sehen angesprochen.

Wir sehen eine klassische Werbeanzeige (online oder offline) oder schauen uns einen Werbespot an.

Dann kommt sogar noch Ton hinzu und unser Hören wird angesprochen.

In den meisten Fällen hört es dann auch auf.

 

Die Sinne Riechen, Schmecken und Tasten bleiben von den meisten Werbemaßnahmen völlig unangetastet.

Natürlich ist es in vielen Fällen nicht so leicht sie anzusprechen – Marketing out of the box ist aber auch nicht leicht.

Es ist kreativ und innovativ.

Wieso also nicht weitere Sinne ansprechen und darüber Emotionen wecken?

 

Das Tasten bietet sich an, wenn du dein Produkt oder deine Dienstleistung vor Ort an den Kunden bringst.

Online wird dies erstmal schwierig, bleiben wir also bei Offline-Maßnahmen.

Wenn ein Modeunternehmen damit wirbt, dass es besondere Stoffe verwendet, was wünscht der Kunde sich dann?

Den Stoff auf Fotos und in Videos zu sehen?

Nein! Er will ihn anfassen.

 

Also sollte dies in der Marketing-Kampagne aufgegriffen werden.

 

Ähnlich wie bei Parfüms macht es doch Sinn, eine Print-Anzeige mit einem kleinen Stück Stoff auszustatten.

Das kann auch im kleineren Rahmen über Briefe stattfinden.

Du kannst auch vor dem Eingang eines Shops gezielt Stoffmuster zum Anfassen auszulegen, die Kunden in das Geschäft locken sollen.

 

Forscher sind sich einig, dass die Haptik in der heutigen Zeit stark unterschätzt wird.

Kunden fühlen sich nach wie vor von einem Werbebrief stärker angesprochen als von einer E-Mail.

Halten wir einen Brief in den Händen, beschäftigt sich das Gehirn automatisch mehr damit.

Nutze dieses Wissen, um deine Kunden (wenn es passt) auch mit nicht-digitalen Kampagnen anzusprechen.

 

Auch das Riechen kommt bei vielen Kampagnen zu kurz – in der digitalen Welt ist dieser Sinn auch nur schwer anzusprechen.

Potenzielle Kunden mit Düften anzulocken, bietet sich in vielen Branchen an.

Ein gutes Beispiel ist die Touristik-Branche:

Menschen wünschen sich Urlaub, Entspannung oder ein tolles Erlebnis.

Diese Werbeversprechen werden heutzutage noch viel über Kataloge, Flyer und Prospekte bekannt gemacht –

perfekt, um dem einen Duft beizumischen.

 

Der klassische Urlaubskatalog mag vielleicht nicht digital sein, aber er findet seinen Weg in viele Haushalte.

Es ist allgemein bekannt, dass Gerüche bei Menschen starke Emotionen auslösen.

Vor allem wenn es um positive Gefühle wie Erholung und Entspannung geht, kannst du dir dies zu Nutze machen.

Versehen deinen neuen Katalog mit einem passenden Duft.

Das ist zwar nicht super kreativ, aber für den Verbraucher eine erfrischende Abwechslung.

 

Das Schmecken ist ebenfalls dazu prädestiniert, Emotionen zu wecken.

Denn ein leckeres Getränk oder ein schmackhafter Snack beeinflussen auch die Kaufentscheidung.

Hier bieten sich natürlich ebenfalls Offline-Kampagnen eher an.

 

Der Schweizer Schokoladenhersteller Cailler hat sich etwas einfallen lassen:

2017 verschickte er in Kooperation mit der Schweizer Post eine Million Tafeln Schokolade.

Und zwar nicht irgendwelche Schokolade, sondern eine neue Sorte in neuem Design.

Die Aktion war ein großes Thema und im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde.

Kombiniere verschiedene Medien

Wer eine Marketing-Kampagne plant, muss sich Gedanken über die Medien machen, auf denen sie ausgespielt werden soll.

 

Dabei wird in Online- und Offline-Kanäle unterschieden.

Offline finden sich klassische Möglichkeiten wie Anzeigen in Print-Magazinen, Flyer und Werbebriefe.

Online bieten sich vor allem die Unternehmenswebseite, Anzeigen und die sozialen Medien an.

 

Sowohl die Offline- als auch die Online-Medien haben ihre spezifischen Stärken und Schwächen.

Bei den Offline-Medien lässt sich festhalten, dass diese meist eine hohe Glaubwürdigkeit genießen,

komplexe Inhalte vermittelt werden können und alle Generationen angesprochen werden.

Ihre Schwäche ist, dass Inhalte nicht aktuell verbreitet werden können und die Werbewirkung eher kurzfristig ist.

Bei Online-Maßnahmen hast du den großen Vorteil, dass du den Erfolg gut messen kannst,

es eine hohe Aktualität der Informationen gibt und du leicht in eine Interaktion mit deiner Zielgruppe kommst.

Ein großer Nachteil ist aber, dass Online-Werbung schnell als störend wahrgenommen wird und Kunden sich viel besser über ihre negativen Meinungen austauschen können.

 

In vielen Unternehmen ist man der Meinung, dass Offline-Maßnahmen keinen großen Erfolg bringen.

Interessante Erkenntnisse liefert eine Studie aus dem Jahr 2018.

Die Teilnehmer wurden befragt, wie störend sie Werbung in verschiedenen Medien finden.

Spitzenreiter waren das Fernsehen mit 89 % Zustimmung und Websites mit 85 %.

Heißt im Umkehrschluss, dass nur 15 % Werbung auf deiner Website als nicht störend empfinden – ein sehr geringer Wert.

Auf der anderen Seite finden nur 52 % Werbung in Magazinen störend.

 

Es zeigt sich, dass Werbung in Online-Medien anscheinend als viel störender empfunden wird als in Offline-Medien.

Was sagen uns diese Informationen?

Eigentlich eignen sich Offline-Medien besser für Werbung, online können Informationen aber besser und aktueller aufbereitet werden.

Was wäre da naheliegender als eine Kombination?

 

Stand jetzt wird Marketing zwar online und offline betrieben – aber nur nebeneinander und nicht in Kombination, nicht Hand in Hand.

Behalte dabei auch im Hinterkopf, was du im letzten Kapitel erfahren hast:

Die Haptik ist ein entscheidender Faktor bei unserer Wahrnehmung.

 

Und bei reinen Online-Kampagnen fällt dieser komplett weg.

In diesem Kapitel stellen wir dir deshalb drei Methoden vor, wie du Online- und Offline-Marketing miteinander kombinieren kannst.

QR-Codes: Unkompliziert und schnell

Wenn du verschiedene Medien miteinander kombinieren möchtest, bietet sich kaum etwas besser an als die Nutzung eines QR-Codes.

 

Es ist dir in den letzten Jahren bestimmt aufgefallen, dass man im täglichen Leben immer mehr QR-Codes sieht – nicht nur in der Werbung, sondern auch auf Rechnungen oder anderen Dokumenten.

QR-Codes überwinden die Grenze zwischen physischer und digitaler Welt.

 

Du kannst sie vielfältig einsetzen und das Generieren eines solchen Codes ist schon lange keine Wissenschaft für sich mehr.

 

So kannst du beispielsweise ein physisches Produkt mit einem QR-Code versehen.

Scannen die Nutzer ihn, öffnet sich eine Seite, auf der sie Anwendungsbeispiele, eine Anleitung oder vielleicht ein nettes Video finden.

 

Was dabei im Fokus steht?

Der Nutzen für deinen Kunden.

 

Das Thema haben wir oben schon ausführlich behandelt – es kann aber nicht schaden, immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Mehrwert für den Kunden immer im Fokus stehen sollte.

 

QR-Codes sind zudem klein und fügen sich in den meisten Fällen gut in das restliche Design ein.

Es ist also kein Problem, den kleinen Code in deine Verpackung zu integrieren, ohne das komplette Design umstellen zu müssen.

Außerdem finden QR-Codes bei vielen Menschen Anklang und genießen Vertrauen.

Sie sind noch relativ neu und werden deshalb als positiver Fortschritt wahrgenommen.

 

Zudem weckt der Code Interesse: Was könnte sich dahinter verbergen?

Bekomme ich durch das Scannen vielleicht weitere Informationen?

Oder gar einen Gutschein?

 

Der Code verrät auf den ersten Blick kein bisschen über die Inhalte, die sich durch das Scannen offenbaren.

Und Neugier und Interesse zu wecken, ist für dein Marketing Gold wert.

 

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von QR-Codes:

Du bewirbst eine Dienstleistung von dir auf einem großen Plakat in der Fußgängerzone.

Du nutzt also erstmal ein Offline-Medium.

Das Plakat versiehst du mit einem QR-Code.

Scannen Nutzer diesen, gelangen sie auf deine Verkaufsseite:

Sie finden hier Informationen über deine Preise, ein Kontaktformular und vielleicht eine Vorstellung deines Teams.

 

Es ist so unkompliziert, einen QR-Code zu scannen.

Alle modernen Smartphones können sie erfassen und es geht wahnsinnig schnell.

Eine URL in den Browser einzugeben, sich durch verschiedene Unterseiten zu klicken und die Preisliste zu finden, dauert definitiv länger.

 

Du zeigst damit außerdem, dass du mit der Zeit gehst und offen für technische Neuerungen bist – in einigen Branchen hebst du dich damit deutlich von der Konkurrenz ab.

In anderen wird dies sogar vorausgesetzt.

 

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Plakat:

Du sprichst damit Menschen an, die vielleicht nicht so viel digital unterwegs sind.

Mit demselben Plakat und dem QR-Code erreichst du aber auch diejenigen, die regelmäßig online sind.

 

Du kannst dann auch Erfassen, wie viele Menschen deinen QR-Code gescannt haben.

Es ist dir also durchaus möglich, den Erfolg deiner Kampagne zu messen.

 

Und das waren nur zwei Beispiele für den Einsatzzweck von QR-Codes –

du kannst diese so vielfältig einsetzen wie kaum eine andere Marketing-Methode.

Ob du damit Kundenfeedback erfassen, deine Event-Kampagne ergänzen oder einen WiFi-Zugang ermöglichen möchtest.

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Augmented Reality: Erweitere die Realität

Du kannst deine physischen Produkte um Augmented Reality, besser bekannt unter der Abkürzung AR, ergänzen.

 

Mit dieser „Erweiterten Realität“ ist es dir möglich, deinen Kunden ganz neue Informationen und Erlebnisse bereitzustellen.

Man spricht hier von immersiven Medien, zu denen auch Virtual Reality zählt.

 

Du kannst diese perfekt dafür nutzen, zwei Medien miteinander zu kombinieren – am besten natürlich Offline- und Online-Medien.

Der Nutzer nimmt die Realität war, diese wird allerdings um virtuelle Elemente erweitert.

Das Beste an AR: Viele moderne Smartphones unterstützen diese neue Methode.

Du sprichst also durchaus ein breites Publikum damit an.

 

Ziel dabei ist es, eine Interaktion zu erzielen und mit Kunden in Kontakt zu kommen.

Dabei braucht man keine zusätzliche Brille oder Ähnliches – das eigene Smartphone genügt.

Augmented Reality kann in den verschiedensten Branchen und zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden.

So kannst du potenzielle Kunden auf Postern, Flyern oder in Katalogen zusätzliche Informationen bereitstellen.

So wird aus einem Print-Produkt schnell eine moderne Wundertüte.

 

Ein großer Anbieter für Kreuzfahrten hat sich für sein Prospekt etwas einfallen lassen:

Auf den ersten Blick war dort nur eine normale Kabine abgebildet.

Mit AR konnte man in die Kabine „reingehen“ und sich alles genau anschauen. Natürlich hätte man auch ein Video drehen können.

Aber das lässt sich nicht auf ein Prospekt übertragen und außerdem hätte keine Interaktion mit dem Kunden stattgefunden.

Denn wer selber in die Kabine geht, empfindet ganz andere Gefühle als beim Betrachten eines Videos.

 

AR-Marketing bietet sich aber für die breite Masse an – beispielsweise, wenn sie an öffentlichen Plätzen platziert wird.

Dort sind viele Menschen unterwegs, deren Aufmerksamkeit du mit deinen Maßnahmen gewinnen kannst.

Dafür eignen sich sogenannte Attention Displays gut.

Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, beispielsweise auch als Magic Mirror,

der in Berlin von der Marke Tempo in einem Einkaufszentrum genutzt wurde.

 

Kunden sahen sich selbst auf dem riesigen Bildschirm.

Hier wurde die Realität abgebildet – sie wurde allerdings noch um virtuelle Elemente ergänzt.

So sprang plötzlich ein riesiger Wal aus einem Wasserfall am Bildrand.

Wenig später erschien ein großer Gorilla auf dem Bildschirm.

 

Es kam zu großen Ansammlungen von Menschen – und zwar jeder Altersgruppe.

Tempo machte mit der Aktion Werbung für seine Erfrischungstücher, die man nach dem Treffen mit einem Gorilla auch wirklich braucht.

 

Auch der deutsche Möbelhersteller OTTO setzt auf AR.

Über die eigens entwickelte App können die Nutzer die Möbelstücke in ihr eigenes Zuhause projizieren.

 

Du kannst das Produkt also dort anschauen, wo es seinen Nutzen hat:

Bei dir Zuhause.

 

Hier schließt sich der Kreis – denn vor allem der Kunde hat von AR einen großen Nutzen.

Er erlebt die Dinge hautnah, kann selber entscheiden, was er sich wo anschaut.

 

Klassische Werbemaßnahmen werden dem Kunden einfach vorgesetzt – mit AR wird er selbst aktiv.

Er wird mit einbezogen.

Und genau das ist, was Marketing out of the box erreichen möchte.

Call to action mal anders

Eine etwas abgespeckte Form von digitalem und Print-Marketing ist Call to action.

 

Aber nicht das klassische „Kaufen Sie jetzt unser Produkt“, sondern Call to action in Kombination mit verschiedenen Medien.

Diese Methode ist schon relativ verbreitet und verspricht gute Erfolge.

 

Hast du einen schönen Flyer entworfen, versieht du diesen mit CTA – und zwar, um auf einen deiner digitalen Kanäle zu verweisen.

Es wird ein Anreiz geschaffen, von einem Print-Produkt auf ein digitales Medium – etwa deine Webseite oder einen Social Media Account – zu wechseln.

Das gelingt dir, indem du beispielsweise das Facebook Symbol oder den bekannten Daumen nach oben abbildest und den Namen deiner Facebook-Seite danebenschreibst.

 

Du regst deine Kunden damit an, sich auch digital mit deinem Unternehmen zu beschäftigen.

Viel spannender ist es aber, wenn du Aktionscodes oder Gutscheine in Print-Anzeigen einbindest.

 

Sobald es irgendwo eine Aussicht auf Rabatte gibt, sind viele Menschen gleich Feuer und Flamme.

Wenn du deine Umsätze ankurbeln möchtest, ist dies sicher eine gute Methode, zusätzliche Besucher auf deine Webseite zu locken.

Fazit: Es ist viel mehr möglich

Nachdem wir uns nun ausführlich mit dem Thema Marketing out of the box beschäftigt haben, ziehen wir ein Resümee.

Festzuhalten ist, dass technisch viel mehr möglich ist, als wir aktuell nutzen.

 

Marketing funktioniert immer nach denselben Spielregeln.

Es werden die gewohnten Kanäle genutzt, nette Texte geschrieben und vielleicht noch ein Video dazu gedreht.

Was bleibt davon wirklich hängen?

 

Nicht viel.

 

Bei vielen Marketing-Maßnahmen wüsste man gar nicht, für welches Produkt oder Unternehmen sie stehen,

wenn der Name nicht genannt werden würde.

Werbung ist austauschbar geworden.

Alle machen dasselbe, halten sich dabei aber für furchtbar innovativ.

Marketing ist statisch geworden – alle schwimmen mit dem Strom.

Kaum jemand traut sich, auszubrechen und neue Wege zu gehen.

Dabei verspricht genau das die größten Erfolge.

 

Wer polarisiert fällt auf, hebt sich vom Einheitsbrei ab, kommt ins Gespräch.

Die Leute nehmen dich wahr, du gehst nicht mehr in der Masse unter.

Ähnlich verhält es sich, wenn du Emotionen weckst.

 

Wie viele Unternehmen versuchen krampfhaft mit ihren Marketing-Maßnahmen Emotionen zu wecken?

In wie vielen Werbespots möchte man uns mit kleinen Kindern oder schwangeren Frauen manipulieren?

Dabei stehen aber nicht wir und unser Nutzen im Fokus!

 

Man möchte uns glauben lassen, dass wir das Produkt brauchen.

Mit Virtual Reality könnten wir uns selber davon überzeugen.

Dann wissen wir, ob wir das Produkt wirklich brauchen und ob die Werbeversprechen wahr sind oder nicht.

 

Was dem Marketing aber am meisten fehlt, ist die Kombination aus neuen und alten Methoden.

Es ist schon lange nicht mehr fortschrittlich, einen aktiven Facebook– oder Instagram-Kanal zu führen.

Wirklich innovativ und kreativ wäre es, Virtual und Augmented Reality zu nutzen, um Kunden das bestmögliche Erlebnis zu ermöglichen.

Wir nennen es bewusst „Erlebnis“.

 

Herkömmliche Werbung wird uns einfach vorgesetzt wie ein Teller im Restaurant.

Mit Marketing out of the box lädst du deine Kunden in die Küche ein –

sollen sie doch selber schauen, welches Gericht ihnen schmeckt.

Marketing out of the Box: Neue Perspektiven und ihre Chancen 12
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